Initiative Q - Online Hype du jour

 

Initiative Q - Ist das neueste Spielzeug aus der virtuellen Welt der Zahlungsmittel. Um was geht es? Initianten um einen israelischen Serial Entrepreneur versuchen mit der Initiative Q eine neue Währung zu etablieren, die sich als universelles Zahlungsmittel durchsetzen soll. Wie der Name sagt, handelt es sich um eine Initiative und die neue Währung wird, wenn überhaupt, gemäss der Timeline auf der Homepage von Initiative Q erst in einigen Jahren bereit sein.

Der Q soll verschiedene Ansprüche erfüllen, u.a. minimale Transaktionskosten, universell einsetzbar sein und einen stabilen Kurswert aufweisen. Auf welcher technologischen Basis die hehren Ziele angestrebt werden, ist nicht ersichtlich, auf alle Fälle wird keine Blockchain zum Einsatz kommen.

In der ersten Phase nun sollen mittels Ausgabe von gratis Qs, die nichts wert haben, mit einem Schneeball System eine genügend grosse Zahl von Teilnehmern gewonnen werden. Eine zentrale Prämisse für den allfälligen Erfolg des Q ist ein sehr grosses Netzwerk von Nutzern. Die Intitiative Q wirft viele Fragen auf und man ist geneigt, an einen schlechten Scherz zu glauben. Das Nachrichtenportal Watson hat dazu eine bissige Kritik publiziert.

 

Das Interesse an einem effizienten und kostenlosen Zahlungsmittel ist jedoch nicht erst mit dem Aufkommen von Kryptowährungen entstanden. Bereits im Jahr 1989 hat ein gewisser David Chaum mit DigiCash demonstriert, dass durch verschlüsselte Files USD ohne Transaktionskosten transferiert werden können. Lesenswert dazu ist dieser Artikel der Zeit Online aus dem Jahr 1995 (!). Leider war DigiCash seiner Zeit weit voraus, denn damals gab es weder eCommerce noch Smartphones und entsprechend kein Bedürfnis nach digitalem Geld.

Ob mit dem Aufbau einer "Initiative Q Community" der Versuch gelingt, ein digitales Zahlungssystem ausserhalb des Banknetzwerkes zu etablieren, können wir nicht beurteilen. Dass der Weg über Bitcoins oder andere Blockchain-Coins führen wird, muss aus heutiger Sicht eher ausgeschlossen werden. Als Zahlungsmittel sind sie ungeeignet, nicht zuletzt wegen Kursbewegungen, die für Zahlungsvorgänge nicht tolerierbar sind.

 

Aus unserer Sicht bleibt weiterhin die Variante von elektronischem Zentralbankgeld die bevorzugte Lösung, wie in unserem Beitrag "Digitale Zahlungsmittel" bereits dargelegt.

 

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