Swiss Pension Performance Index

 

Ein neuer Vergleichsmassstab

 

In der Schweiz werden rund CHF 1'000 Milliarden gemäss den Richtlinien für die brufliche Vorsorge (BVG) verwaltet. Dieses Regelwerk steht oftmals in der Kritik, insbesondere die Anlagerichtlinien der Verordnungen (BVV2) werden häufig als zu restriktiv eingestuft und gerne als Begründung für eine mediokre Performance angeführt.

 

Anlagebandbreiten

 

Die BVV2 Richtlinien erlauben die Konstruktion von sehr unterschiedlichen Portfolios. Das heisst, die gesetzlichen Vorgaben mit einem Portfolio bestehend aus 50 % Aktien, 30 % Immobilien und 20 % anderen Anlagen werden genauso respektiert, wie mit einem Portfolio, welches ausschliesslich in Obligationen investiert ist. Dass dieser Spielraum mit sehr unterschiedlichen Resultaten effektiv auch genutzt wird, zeigt die aktuelle Pensionskassenstudie von Swisscanto

 

 

 

Relative Vergleiche

 

Performancezahlen sind wenig aussagekräftig, wenn sie nicht mit einem adäquaten Massstab verglichen werden können. Oder anders ausgedrückt: Zur fairen Beurteilung der Performance einer BVG konformen Anlagestrategie braucht es eine neutrale Referenzgrösse.

Verschiedene Anbieter publizieren eigene BVG Indizes. Diesen wird jedoch aus unterschiedlichen Gründen, wie fehlende Transparenz oder Verletzung der BVV2 Richtlinien, keine marktrelevante Rolle zugeschrieben. Dies hat eine Umfrage unter 135 Pensionskassen im Rahmen einer Masterarbeit zum Thema "Relevanz von BVG-Indizes für Schweizer Pensionskassen der HWZ Zürich, ergeben. 1)

 

Einige Beispiele

 

Die Indizes von Credit Suisse und UBS bilden die realisierte Performance ausgewählter Pensionskassen ab, die ihre Allokation an den Trends der Märkte ausrichten. So erhöhten die Vorsorgewerke, wiederum gemäss der bereits genannten Swisscanto Studie, über die letzten 10 Jahre die Gewichtung von Immobilienanlagen um 5 %, respektive um 4 %, dies hauptsächlich zulasten von Obligationen. Pictet publiziert neun (!) verschiedene Indizes, die teilweise die BVV2 Richtlinien nicht respektieren und entsprechend zur neutralen Beurtielung wenig dienlich sind.

 

SPPi Swiss Pension Performance Index - eine neue Messgrösse

 

Mit dem SPPi steht den Investoren und dem Markt neu ein Vergleichswert zur Verfügung, der als neutrale referenz für die Risiko- und Performancebeurteilung von Anlagevermögen dient, die gemäss den BVG Richtlinien verwaltet werden.

Der SPPi wird nur aus Anlagekategorien gebildet, die transpartent, investierbar und liquide sind. Somit sind Anlagen in Hedge Funds, Private Equity, Hypotheken und weitere alternative Anlageformen ausgeschlossen.

Der SPPi steht für einen optimalen Standard, der einfach und mit tiefen Kosten (TER) umgesetzt werden kann und sich somit bestens als Benchmark für eine aktive und/oder passive Anlagestrategie eignet.

 

Die Indexkonstruktion basiert auf vier einfachen Prinzipien:

 

  • Optimale Diversifikation mit liquiden Anlagekategorien
  • Minimales Gewicht einer Anlagekategorie von 3 %
  • Absicherung von FX Risiken bei Obligationen, Infrastruktur- und Immobilienanlagen
  • Quartalsweises Rebalancing der einzelnen Anlagen auf die Anfangswerte

 

Ausgangslage für die Indexkonstruktion bildeten nebst den oben erwähnten Anforderungen auch die Erkenntnisse der Masterstudie "Pension Fund Index Creation" von der HEC Lausanne. Mit den gewählten Anlagekategorien wird eine möglichst optimale Diversifikation angestrebt. 2)

 

 

 

Indexkonstruktion

 

Innerhalb des SPPi Indexes ist eine Geldmarktallokation von strategisch 10 % entscheidend. Dies erlaubt bei Bedarf ein zusätzliches Anlagerisiko einzugehen, beispielsweise mit Investitionen in Anlagekategorien, die nicht Bestandteil des Index sind, ohne dass eine andere Risikokomponente untergewichtet werden muss. Insgesamt wird das Risiko durch die Geldmarktkomponente zusätzlich reduziert und trägt auch dem Umstand Rechnung, dass viele Investoren ein gewisses Liquiditätspolster halten müssen, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

 

Historische Performance im Vergleich

 

Der historische Performancevergleich seit 31. Dezember 2008 zeigt auf, dass sich der Swiss Pension Performance Index im Vergleich mit den effektiv realisierten Leistungen der Pensionskassenindices von Credit Suisse und UBS sowie mit den Pictet Indizes BVG25 und BVG40 bewährt, obwohl liquide Mittel (Geldmarkt) seit einigen Jahren mit Negativzinsen belastet werden.

 

 

 

 

Zusammenfassung

 

Weissenstein & Partner berechnet und publiziert den SPPi täglich unter https://sppi.swiss. Unser Ziel ist es, einen Referenzvergleich zur Verfügung zu stellen, mit der die Leistungen von Pensionskassen, Banken und Vermögensverwaltern für Finanzanlagen in Schweizer Franken mit einem konservativen Risikoprofil  neutral und unabhängig verglichen werden können.

 

Weissenstein & Partner AG

Christoph Schweizer, Partner und CIO

 

 

Referenzen:

1) M. Mahler, Relevanz von BVG Indizes für Schweizer Pensionskassen, HWZ Zürich, 2018

2) L. Chevalier, Pension Funds Index Creation, HEC Lausanne, 2018

 

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